Endlich Teamprobleme lösen statt aussitzen – Mit dieser Methode klappt’s!

Retrospektiven für Führungskräfte: So nutzt du diese kraftvolle Methode

In deinem Team gibt es Stress. Da gibt es ein paar Kollegen, die wollen innovativ sein und Dinge verändern, während andere schon länger dabei sind und keine Notwendigkeit zur Veränderung sehen. Gleichzeitig sind aber alle irgendwie frustriert, weil es nicht rund läuft. Kommt dir das bekannt vor? Willkommen im Alltag vieler Führungskräfte! Statt nun die üblichen Verdächtigen aus der Schublade zu holen (noch mehr Meetings oder eine strenge Ansage), könnte eine Retrospektive genau das sein, was dein Team jetzt braucht...
Stress im Team? Kollegen, die aneinander vorbeireden? Verantwortungen, die keiner übernehmen will? In diesem Artikel erfährst du, wie du mit einer einfachen Retrospektive-Methode festgefahrene Teamdynamiken aufbrechen und gemeinsam echte Lösungen finden kannst – ganz ohne Schuldzuweisungen oder teure Berater.

In deinem Team gibt es Stress. Da gibt es ein paar Kollegen, die wollen innovativ sein und Dinge verändern, während andere schon länger dabei sind und keine Notwendigkeit zur Veränderung sehen. Gleichzeitig sind aber alle irgendwie frustriert, weil es nicht rund läuft. Zu viel Zeit in Meetings. Keine klaren Verantwortlichkeiten. Die Stimmung? Na ja, könnte besser sein.

Kommt dir das bekannt vor? Willkommen im Alltag vieler Führungskräfte! Statt nun die üblichen Verdächtigen aus der Schublade zu holen (noch mehr Meetings oder eine strenge Ansage), könnte eine Retrospektive genau das sein, was dein Team jetzt braucht.

Was Retrospektiven für dich als Führungskraft leisten können

Retrospektiven kommen zwar ursprünglich aus der agilen Softwareentwicklung, sind aber wie ein Schweizer Taschenmesser – super vielseitig und in jeder Team-Situation nützlich. Sie schaffen einen Raum, in dem alle ehrlich sagen können, was Sache ist. Als Führungskraft profitierst du davon mehrfach:

  • Du erfährst Probleme, bevor sie explodieren (und nicht erst in der Kündigung)
  • Das Team-Gefühl wird gestärkt („Hey, wir sitzen alle im selben Boot!“)
  • Arbeitsabläufe werden kontinuierlich besser (ohne teure externe Berater)
  • Deine Leute lösen Probleme selbst, statt sie bei dir abzuladen

Die Sailboat Retrospektive: Eine anschauliche Methode

Die Sailboat (Segelboot) Retrospektive ist perfekt, wenn du keine Lust auf komplizierte Methoden hast, die ein Handbuch brauchen. Hier geht’s Schritt für Schritt:

Vorbereitung

  1. Plane 60-90 Minuten ein (ja, das ist nötig – aber hey, diese Zeit sparst du später vielfach ein!)
  2. Finde einen Raum, wo euch niemand stört (Tipp: „Do not disturb“-Schild hilft Wunder)
  3. Besorge ein Whiteboard oder nutze ein digitales Board mit einem Segelboot-Bild
  4. Zeichne diese Elemente: Boot, Wind, Anker und Felsen/Klippen (künstlerische Fähigkeiten sind keine Voraussetzung)

Durchführung

  1. Kurze Einführung (5 Min.): „Leute, wir sind das Boot. Unser Ziel ist die Insel da drüben. Die Frage ist: Was hilft uns und was hindert uns?“
  2. Sammeln und Diskutieren (20-30 Min.): Notiert dies zunächst individuell auf Klebezettel (ca. 5min) und dann sammelt direkt auf dem Bild / Whiteboard.
    • Wind in den Segeln: „Was gibt uns Rückenwind? Was funktioniert gut?“ (z.B. „Unsere Freitagsbrötchen sind super für die Stimmung“ oder „Die neue Projektvorlage spart uns echt Zeit“)
    • Sonne: „was gibt uns ein gutes Gefühl?“ (z.B. „Wenn wir uns persönlich sehen“ oder „Zufriedenere Kunden“)
    • Anker: „Was zieht uns runter?“ (z.B. „Die ewigen Abstimmungsschleifen mit Abteilung X“ oder „Dieser eine Kollege, der nie antwortet“)
    • Felsen/Klippen: „Welche Gefahren lauern da draußen?“ (z.B. „Die neue Vorgabe von oben könnte uns ausbremsen“ oder „Der Krankenstand ist besorgniserregend hoch“)
  3. Prioritäten setzen (10 Min.): „Ok, wir können nicht alles auf einmal angehen. Was müssen wir JETZT anpacken?“ Lass das Team mit Klebepunkten oder durch Handzeichen abstimmen.
  4. Konkret werden (15-20 Min.): „Super, jetzt brauchen wir echte Maßnahmen. Keine schwammigen Sachen wie ‚besser kommunizieren‘, sondern konkrete Aktionen!“
    Zum Beispiel:

    • „Ab Montag machen wir täglich ein 10-Minuten-Stand-up.“
    • „Wir führen eine No-Meeting-Zeit zwischen 10 und 12 Uhr ein.“
    • „Sarah erstellt ein Verantwortlichkeiten-Board, das für alle sichtbar ist.“
  5. Abschluss (10 Min.): „Wer macht was bis wann? Und wann checken wir, ob’s funktioniert?“

Ein konkretes Beispiel einer Sailboat Retro

Stell dir vor, du leitest ein gemischtes Team aus Marketing, Service und Vertrieb. Die Kommunikation klappt nicht, und irgendwie fühlt sich jeder missverstanden.

Wind in den Segeln (Was läuft gut):

  • „Wenn wir mal alle an einem Strang ziehen, sind die Ergebnisse echt top.“
  • „Unser Wissen über die Produkte ist super.“
  • „Die neue Chat-Software hat einige Absprachen vereinfacht.“

Anker (Was bremst uns aus):

  • „Keiner weiß, wer eigentlich was macht.“
  • „Wir verbringen gefühlt 80% unserer Zeit in sinnlosen Meetings.“
  • „Die Vertriebsziele sind unklar – wann haben wir eigentlich Erfolg?“

Klippen (Risiken):

  • „Zwei Leute im Team sind kurz vor dem Burnout.“
  • „Der Chef der Nachbarabteilung will unser Budget kürzen.“
  • „Unsere Hauptkonkurrenz hat gerade ein innovatives Produkt gelauncht.“

Maßnahmen:

  • „Wir erstellen eine RACI-Matrix, damit klar ist, wer wofür verantwortlich ist.“
  • „Meetings werden auf 30 Minuten begrenzt und brauchen eine Agenda.“
  • „Wir definieren drei klare KPIs, an denen wir unseren Erfolg messen.“

Als Führungskraft ist deine Aufgabe hier nicht, die schlauesten Lösungen zu präsentieren (auch wenn’s manchmal in den Fingern juckt). Dein Job ist es, den Raum zu schaffen, in dem dein Team die Lösungen selbst finden kann. Und ja, das bedeutet auch, mal Kritik an deinem Führungsstil anzunehmen, ohne gleich in die Verteidigung zu gehen.

Tipps für erfolgreiche Retrospektiven

  1. Mach’s regelmäßig – nicht nur, wenn’s brennt. Einmal im Monat ist ein guter Rhythmus. Denk dran: Vorbeugung ist besser als Feuerlöschen!
  2. Mix it up – nach der dritten Sailboat-Retro könnte Langeweile aufkommen. Probier mal „Heißluftballon“, „Superhelden“ oder die „Drei-Wörter-Methode“. Hauptsache, es bleibt frisch!
  3. Halte nach – nichts ist nerviger als dieselben Probleme zum fünften Mal zu besprechen. „Hey, was ist eigentlich aus unserer Maßnahme XY geworden?“ sollte eine Standardfrage sein.
  4. Sei verletzlich – wenn du als Chef nie Fehler zugibst, wird auch dein Team nicht offen sein. „Leute, ich hab’s verbockt mit der Urlaubsplanung“ kann Wunder wirken.
  5. Feiere Erfolge – nicht alles ist immer Mist. Widmet mindestens ein Drittel der Zeit den positiven Dingen und feiert eure Fortschritte. Vielleicht sogar mit echtem Kuchen?
  6. Nutze CheckIn und CheckOut – Möchtest du es besonders gut machen, dann gib mit einer kurzen CheckIn-Frage zu Beginn allen die Möglichkeit sich wirklich auf die Retrospektive einzustellen. Beispiel: „Zeichne ein Smiley auf ein Papier, das ausdrückt wie es dir gerade geht.“ und dann zeigt ihr euch gegenseitig die Smileys. Am Schluss, nach der Vereinbarung der Maßnahmen, macht ihr noch eine kurze Abschlussrunde zur Frage „Wie geht es dir gerade?“ / „Wie zufrieden bist du mit der Retro?“ CheckIn & Checkout dauern jeweils 5 Minuten.

Weiterführende Links

Retrospektiven sind kein Wundermittel – aber sie sind definitiv besser als das „Weiter so“, das in vielen Teams praktiziert wird. Also: Wann startest du deine erste Retro? Dein Team (und dein Blutdruck) werden es dir danken!

Stress im Team? Kollegen, die aneinander vorbeireden? Verantwortungen, die keiner übernehmen will? In diesem Artikel erfährst du, wie du mit einer einfachen Retrospektive-Methode festgefahrene Teamdynamiken aufbrechen und gemeinsam echte Lösungen finden kannst – ganz ohne Schuldzuweisungen oder teure Berater.

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